Tanja Schumann – Biographie

Tanja Schumann als Baby mit Vater

Tanja Schumann als Kleiner Mohr

Olivia Jones und Tanja Schumann mit Gästen der Comedy Kieztour
Tanja Schumann, geboren 1962 in Lüneburg, muss schon früh lernen, dass das Leben eine Achterbahnfahrt sein kann: Gerade erst eingeschult, verliert sie ihren Vater an den Krebs. Doch Tanja bleibt tapfer. So sehr sie ihren Papa auch vermisst:

Bei ihren ersten Bühnenaufritten im »Barbier von Sevilla« und als »Kleiner Mohr« im »Rosenkavalier« versucht sie, sich nichts anmerken zu lassen. Tanja ist eine Kämpfernatur, nimmt Ballettunterricht an der Hamburgischen Staatsoper, singt im Kinderchor der Kirche und lernt Gitarre.

Das Gymnasium verlässt sie mit großem Latinum und einem Abi-Schnitt von 1.6, entscheidet sich aber für ein Sportstudium und eine Musicalausbildung.

1984 steht die damals 22-jährige erstmals auf St. Pauli auf der Bühne – zusammen mit Freddy Quinn im Operettenhaus am Spielbudenplatz im Stück »Große Freiheit Nr. 7«. Es folgen weitere Engagements. Und 1991 wird ihr Schicksalsjahr:

Geeriet Schieske bringt im St. Pauli Theater »Schneewittchen und die sieben Zwerge« auf die Bühne. Die Inszenierung ist vielleicht etwas eigenwillig, doch Tanja zeigt komödiantisches Talent in der Rolle von »Elvis, dem Rock’n Roll Zwerg«. Schieske ist damals noch gut mit Hugo Egon Balder befreundet. Und diesem schlägt er Tanja für die Besetzung von »RTL Samstag Nacht« vor. Im Casting kann Tanja auf ganzer Linie überzeugen und damit in den folgenden Jahren an der Seite von Wigald Bohning und Olli Dittrich Comedy in Deutschland salonfähig machen.Vorher gab’s ja eigentlich nur »Kabarett«. Legendär werden vor allem Tanjas Margarethe-Schreinemakers-Parodien und Kentucky-schreit-ficken-Sketche. »Gefickt eingeschädelt« wird sogar zum geflügelten Wort.

Es hagelt Auszeichnungen: Den Bayrischen Fernsehpreis, die »Goldene Romy«, sogar einen »Bambi«. Was Tanja damals noch nicht ahnt: Die Reh-Trophäe wird später zum Symbol des Scheitelpunkts ihrer Karriere.

Als 1998 die Samstag-Nacht-Ära endet, ist das für Tanja zunächst noch kein Beinbruch. Sie spielt Theater, sitzt im Panel von »Was bin ich?«, leiht ihre Stimme u. a. dem Schaf »Chili« in der erfolgreichen KiKa Produktion »Bernd das Brot«. Und sie war sparsam, hat Geld auf die Seite gelegt. Im Gegensatz zu vielen anderen Kollegen.

Ihr damaliger Steuerberater, dem sie blind vertraut, rät ihr, in Ost-Immobilien zu investieren. Nicht aus Gier. Zur Alterssicherung. Doch das geht gehörig schief: Die Mieten bleiben aus, die Ersparnisse reichen nicht mehr. Tanja muss Privatinsolvenz anmelden – und am Ende muss sogar ihr Bambi verkauft werden.

Tanja verkriecht sich, würde vor Scham am liebsten im Boden versinken. Doch dann erinnert sie sich an das, was ihr ihre Großmutter immer gesagt hat: »Hinfallen ist nicht schlimm, solange Du wieder aufstehst.« Und so rappelt sie sich wieder auf, wagt den Befreiungsschlag, indem sie ihre Insolvenz öffentlich macht – damals noch ein Novum in der Promi-Welt und von Kollegen leider nicht wirklich gewürdigt, erinnert sich Tanja heute: »Viele haben mich gemieden wie die Pest. ›Wer will sich schon mit einem Verlierer ablichten lassen?‹, hat einer mal zu mir gesagt. Das war echt hart.«

Einer der wenigen, die zu ihr halten und treu an ihrer Seite stehen, ist ihr Lebensgefährte Stephan Burmeister, den sie 2007 heiratet. Auch Drag Queen Olivia Jones, Fan aus Samstag-Nacht-Zeiten, glaubt noch an Tanjas komödiantisches Talent und sucht dringend Unterstützung im Bereich ihrer Kult-Kieztouren. 2010 starten die beiden Comedy-Kiez-Führungen durch St. Pauli. So kommt Tanja langsam auch finanziell immer weiter auf die Beine. Nebenher spielt sie Theater – u. a. an der Komödie in Düsseldorf und am renommierten Theater am Dom – und unterstützt Promi-Kollegen als Personal Trainerin. Sportlich war sie ja schon immer und sich nie für etwas zu schade.

Ergebnis: Seit Anfang 2013 ist Tanja wieder schuldenfrei. Endlich darf sie wieder alles behalten, was sie verdient, muss nichts mehr »abdrücken«. Doch große Pläne? Fehlanzeige! »Wichtig ist mir erst mal, dass die Leute, denen ich zuletzt durch meine Pleite im Gedächtnis war, wissen, dass ich mich wieder selbst an den Haaren aus dem Sumpf gezogen hab‘. Das würde mir fürs Erste schon reichen«, sagt sie bescheiden.

Und um anderen zu helfen mit einer Privatinsolvenz besser klarzukommen, will sie sich künftig ehrenamtlich mehr für den »Verein der Anonymen Insolvenzler« engagieren. »Ich weiß ja schließlich, wovon ich spreche«, sagt sie mit einem Schmunzeln, das klar macht: Tanja ist wieder zurück im Leben!

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